Klimawandel setzt auch dem Trinkwasser zu

Die globale Änderung des Klimas wird in vielen Regionen der Erde, die heute schon mit Wasserknappheit zu kämpfen haben, die Situation weiter verschärfen. Österreich zählt zu den wasserreichsten Ländern, doch selbst bei uns wird die Klimaveränderung auf die Qualität des Wassers Einfluss nehmen.

So führen höhere Temperaturen zu einer kürzeren Schnee- und Eisbedeckung im Winter und bei Gewässern zu einem längeren Zeitraum der biologischen Aktivität. Schadstoffeiträge und die generelle Erwärmung von Gewässern führt zu einer geringeren, aber für die Wasserqualität wesentlichen, Sauerstoffversorgung in tiefer liegenden Wasserschichten. Auch eine Zunahme von intensiven Niederschlägen in Kombination mit längeren Trockenperioden und erhöhter Temperatur wird die Wasserqualität und konstante Versorgungsmengen senken.

Warmer Winter spiegelt sich in der Wasserhygiene wieder

Trinkwasser muss 365 Tage im Jahr eine einwandfreie Qualität aufweisen – so schreibt es die Trinkwasserverordnung vor. Daten aus den AQA WasserChecks zeigen bisher, dass beispielsweise Hausbrunnen im Winter tendenziell eine bessere bakteriologische Wasserqualität aufweisen als im Sommer oder nach langen niederschlagsfreien Perioden. „Wärmere Durchschnittstemperaturen beschleunigen die Bodenverwitterung wodurch der Eintrag von organischen Bestandteilen erhöht wird. Die höheren Temperaturen bedingen auch eine höhere biologische Aktivität. Das sorgt für bessere Wachstumsbedingen für Bakterien und Keime“ erläutert DI Bruck von AQA die Problematik vor allem im Bereich der Hausbrunnenbesitzer.

Verunreinigungen des Trinkwassers durch beispielsweise Blei aus Hausleitungen oder Nickel aus Armaturen sind bekannte chemisch/physikalische Probleme, die die Wasserqualität negativ beeinflussen. Weniger bekannt ist, dass das Trinkwasser am Entnahmepunkt im Haushalt derart bakteriologisch belastet sein kann, dass es als „genussuntauglich“ eingestuft werden muss. Die Ursachen können vielfältig sein und geänderte Wetterverhältnisse tragen ihres dazu bei.

In Wasserleitungen können sich entsprechende Krankheitserreger ansiedeln und zu gehäuftem Auftreten von Fäkal- oder Darmkeimen wie z.B. Escherichia coli und coliformen Keimen führen.  Diese hygienischen Probleme werden dann immer wieder über Magen- und Darmprobleme sichtbar. Pseudomonas aeruginosa gelten selbst in geringen Keimzahlen als gesundheitlich bedenklich, vor allem bei älteren Menschen und Säuglingen. Bei Hausbrunnen oder in wenig genutzten Leitungen mit stehendem Wasser, etwa in Zweitwohnsitzen, können Biofilme in Leitungen zu vermehrtem Auftreten von Bakterien im Trinkwasser führen.

Eingeschränkte Nutzung

Da bakteriologisch verunreinigtes Wasser die Gesundheit wesentlich beeinflussen kann, sollte dieses – sofern eine Belastung festgestellt wurde – nur eingeschränkt genutzt werden. So ist beispielsweise das Abkochen des Wassers eine einfache Methode für eine kurzfristige Desinfektion. Dies empfiehlt sich für die Zubereitung von Speisen und zum Zähneputzen. Für die Zubereitung von Speisen muss das Wasser dabei die Siedetemperatur für mindestens drei Minuten halten (wallend kochen). Das Wasser darf von gesunden Personen grundsätzlich für die Körperpflege, etwa zum Hände waschen, verwendet werden. Besteht aber eine Kontamination mit Pseudomonas aeruginosa sollte man damit nicht duschen. Es besteht die Gefahr von Infektionen der Atemwege, da diese Bakterien durch feinste Wassertröpfchen eingeatmet werden können. Wer Sicherheit über die hygienische Beschaffenheit des Trinkwassers erlangen will, kann sich an dazu berechtigte Untersuchungsanstalten und Gutachter wenden oder eine Wasserprobe über den Wassercheck Bakteriologie (unter www.aqa-online.com)   direkt ins Labor zu Analyse senden.


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