PFAS und TFAs sind einfach nicht wegzukriegen…

Warum hier zum ersten Mal in der EU über ein generelles Inverkehrbringungs Verbot diskutiert wird spricht Ö1 in Punkt eins (Der Fluch der Ewigkeitschemikalien, 20.05. | Ö1 | ORF-Radiothek) mit dem Experten Thilo Hofmann (Univ.-Prof. Dr. Thilo Hofmann).

Was wir für die Praxis herausgehört haben, lesen Sie im Anschluss:


1.Wie wirken Haushaltsfilter gegen PFAS?

Kurzfazit:
Haushaltsfilter können einige PFAS reduzieren – vor allem langkettige - aber keine Lösung für alle PFAS bieten. Besonders problematisch ist TFA (Trifluoressigsäure) – genau jene Substanz, die laut Global‑2000‑Studie in 54 von 55 österreichischen Trinkwasserproben gefunden wurde. TFA ist kurzkettig, sodass viele Filter praktisch wirkungslos sind.

Testen kann man PFAS dennoch bei uns. Dann weiß man, ob es eine Beeinträchtigung gibt oder nicht.


2. Filterarten und ihre Wirksamkeit:

a. Aktivkohlefilter (z.B. Brita, BWT, Tischfilter)

Wirksamkeit:

  • gut bei langkettigen PFAS (z.B. PFOS, PFOA)
  • schwach bis wirkungslos bei kurzkettigen PFAS wie TFA, PFBA, PFBS

Warum?
Kurzkettige PFAS sind zu klein und zu polar, um an Aktivkohle anzulagern.

Praxis:

  • Haushaltskannenfilter verbessern Geschmack, aber lösen das PFAS‑Problem nicht.
  • Sie können sogar eine falsche Sicherheit vermitteln.

b. Aktivkohle-Blockfilter (Untertisch, hochwertige Systeme)

Wirksamkeit:

  • besser als Tischfilter
  • reduzieren einige PFAS um 40–90%
  • aber auch hier: TFA kaum filterbar

Einschätzung:
Für PFAS‑Reduktion brauchbar, aber keine Garantie.


c. Ionenaustauscherharze

Wirksamkeit:

·       sehr gut bei langkettigen PFAS

·       mittelmäßig bei kurzkettigen PFAS

·       nicht wirksam bei bei TFA


d. Umkehrosmose (Reverse Osmosis, RO)

Wirksamkeit:

  • der wirksamste Haushaltsfilter gegen PFAS
  • entfernt 90–99% vieler PFAS
  • ABER: keine Sicherheit bei TFA – kann teilweise reduziert werden.
    je nach Membran und System.

Nachteile:

  • hoher Wasserverbrauch (1L Trinkwasser 24L Abwasser)
  • regelmäßige Wartung nötig
  • mineralarmes Wasser (kann remineralisiert werden)

Fazit:
RO ist die einzige realistische Option, wenn man PFAS im Haushalt reduzieren möchte – aber TFA bleibt ein Problem.

 

e. Was funktioniert NICHT?

·       Kühlschrankfilter → praktisch wirkungslos

·       Keramikfilter → keine PFAS‑Reduktion

·       UV‑Desinfektion → zerstört keine PFAS

·       Abkochen → PFAS sind hitzestabil

·       Destillation → reduziert einige PFAS, aber TFA kann mitverdampfen


3. Gesamtbewertung für Österreich

Da die ORF‑Sendung (Der Fluch der Ewigkeitschemikalien, 20.05. | Ö1 | ORF-Radiothek)betont, dass TFA das aktuell größte Problem im Trinkwasser ist, gilt:

Kein Haushaltsfilter kann TFA zuverlässig entfernen.
Selbst Umkehrosmose reduziert es nur teilweise (vielleicht!)

Das deckt sich mit der wissenschaftlichen Einschätzung von Hofmann und anderen Umweltchemikern:
Die Lösung muss auf Ebene der Wasserversorger erfolgen, nicht im Haushalt.